PM: BfnS Göttingen unterstützt OB-Kandidatin Onyeka Oshionwu

Nach ausführlichen Kooperationsgesprächen hat das BfnS in seiner Plenumssitzung am Montag, den 22.06.2026, entschieden, Onyeka Oshionwu (Grüne) bei ihrer Kandidatur für das Amt der Oberbürgermeisterin mit einer ausdrücklichen Wahlempfehlung zu unterstützen. 

Neben zahlreichen inhaltlichen Übereinstimmungen diskutierten Vertreter des BfnS vor allem drei Themenschwerpunkte mit Onyeka Oshionwu – Themen, die dem BfnS besonders am Herzen liegen: (i) Eine Ausgliederung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) aus dem Baudezernat, (ii) ein Moratorium für die aktuellen Bebauungspläne „Auf der Lieth“ (Nikolausberg), (iii) eine Abkehr von Plänen für ein Industriegebiet auf dem Dragoneranger (Weende). 

Beim Erhalt des Dragonerangers in Weende herrschte schnell Einigkeit. Das hochwertige Ackerland sowie die Frischluft-Funktion sollen nicht einem Industriegebiet zum Opfer fallen. Vorher gilt es, bestehende Industrieflächen konsequenter zu nutzen oder bereits versiegelte Flächen umzunutzen. „Auch eine Nutzung für ein ‚grünes Gewerbegebiet‘ wird es mit mir nicht geben, weil das Etikettenschwindel wäre. Stattdessen müssen zunächst bestehende Flächen durch ein städtisches Gewerbekataster erfasst und entwickelt werden“, so Onyeka Oshionwu zu diesem Thema. „Eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern und den Klimaschutz konsequent umzusetzen sind zentrale Herausforderungen für Göttingen.“

Das BfnS fordert bekanntermaßen die Ausgliederung der UNB aus dem Baudezernat. Dazu verspricht die grüne OB-Kandidatin, dass es unter ihr zumindest eine regelmäßige und stärkere Einbindung des Referats für nachhaltige Stadtentwicklung in Dezernatsentscheidungen geben wird, sowie eine dauerhafte Zusammenarbeit des Naturschutzes mit dem Personal dieses Referats. „Das ist aus unserer Sicht ein dringender Schritt, denn nur eine wirklich ebenbürtige Abwägung zwischen Bau- und Naturschutzthemen ermöglicht eine nachhaltige Stadtentwicklung, die diesen Namen verdient hat“, äußert sich Lukas Flinzberger, BfnS-Kandidat für die Ortsratswahl in Weende.

Genau um diese sorgfältige Abwägung ging es bei der Frage der Bebauungspläne „Auf der Lieth“ in Nikolausberg. Der Bürgerkreis in Nikolausberg (aktiv im BfnS) setzt sich seit langem für eine Überarbeitung des geplanten Großbauprojekts „Auf der Lieth“ ein. Dabei geht es sowohl um den Naturschutz als auch um eine nachhaltige Bebauungsplanung. Onyeka Oshionwu verspricht, die vom Bürgerkreis vorgeschlagenen Alternativen zu prüfen. Unter Ihrer Führung soll ein echter Dialog zwischen Verwaltung, Ortsrat und Bürgerinitiative entstehen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. „Wenn Bürger oder sogar Ortsräte das Gefühl haben, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird, entsteht Ohnmacht und Politikverdrossenheit“, erklärt Onyeka Oshionwu. „Dem entgegenzuwirken ist für mich eine Kernaufgabe erfolgreicher Lokalpolitik. Das bedeutet für mich, Wissen und Erfahrung von Akteuren außerhalb der Verwaltung und Entscheidungsgremien aktiv einzubeziehen und nicht nur zu beachten.“


Wahlkampf-Website von Onyeka Oshionwu mit ihrem Slogan:Göttingen kann mehr


Angesichts dieser zukunftsweisenden, pragmatischen sowie realistischen Einschätzungen zu Kernthemen des BfnS unterstützt das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung die OB-Kandidatur von Onyeka Oshionwu.  „Ich halte Onyeka Oshionwu auch für die einzige Kandidatin, die in der Lage wäre, den Bürgerentscheid von 2024 zum Radverkehr wirklich zur Umsetzung zu bringen, Einbahnstraßensysteme einzuführen und Fahrrad und Auto auf engen Durchgangsstraßen endlich zu trennen. Das werden viele Tausende in unserer Stadt, die genau dafür an der Wahlurne gestimmt hatten, auch so sehen und deswegen bin ich davon überzeugt, dass sie mit ihrem starken Auftreten, ihrer Kompetenz und klaren Blickrichtung die erste Grüne Oberbürgermeisterin in Göttingen werden kann“, sagt Ratsherr Francisco Welter-Schultes, der erneut für den Rat kandidiert.

Teile des Kandidaten-Teams, welches das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen (BfnS) für die Kommunalwahl im September aufgestellt hat.
Teile des Kandidaten-Teams, welches das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen (BfnS) für die Kommunalwahl im September aufgestellt hat.

Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –

PM: 2 Jahre Radentscheid

Zwei Jahre Radentscheid: Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) sieht weiterhin Defizite bei der Umsetzung.

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) sieht weiterhin gravierende Defizite bei der Umsetzung des Radentscheids. Anlässlich des zweiten Jahrestages des Bürgerentscheids beobachtet das Bündnis nur einen geringen Willen der Stadtverwaltung, Sicherheit für den Radverkehr zu gewährleisten und die dafür unausweichlichen Einbahnstraßen-Systeme einzurichten, um damit den Kern des Bürgerentscheids umzusetzen. Einbahnstraßen und Protected Bike Lanes auf Stadtviertel-verbindenden Strecken wären dringend notwendig, damit ältere Menschen und Kinder Radfahren als sicher empfinden und Eltern ihre Kinder nicht mehr mit dem Auto zur Schule fahren.

Aber auch die sogenannten niedrig hängenden Früchte, zu deren Umsetzung es so gut wie kein Geld bräuchte, geht die Stadt nicht an. Bis heute wurde kein einziger Fahrrad-Grünpfeil installiert, was an über 50 Stellen im Stadtgebiet ohne Weiteres möglich wäre. Anträge des Bündnisses für nachhaltige Stadtentwicklung mit Fotos jeder einzelnen Ampel liegen schon lange vor. Bereits seit 2015 werden die Bitten an die Stadtverwaltung herangetragen, doch keine einzige der Ampeln, an denen rechts ein Radweg oder ein gemeinsamer Geh- und Radweg abbiegt, wurde bislang mit einem Schild versehen.

„Gerade weil Maßnahmen wie die Anbringung der Fahrrad-Grünpfeile so gut wie kein Geld kosten, ist es für uns völlig unverständlich, warum die Verwaltung sie nach wie vor nicht umsetzt. Der größte Teil der Bevölkerung hat von einer Umsetzung der Beschlüsse im Radentscheid, die große und kleine Maßnahmen in allen Stadtvierteln beinhalten, auch nach zwei Jahren noch überhaupt nichts mitbekommen. Es muss endlich mehr passieren, vor allem muss sich die grundsätzliche Herangehensweise an den demokratischen Beschluss ändern. Die Umsetzung dieser Entscheidung hat viel mit Respekt vor der eigenen Bevölkerung zu tun“, so Christian Bunn, Spitzenkandidat des BfnS für den Ortsrat Geismar.

Auch auf bereits bestehenden Fahrradstraßen mahnt das BfnS seit langem eine Umstellung auf eine wirklich fahrradfreundliche Verkehrsführung an. Stattdessen entstehen im Zuge von Baustellen inoffizielle Kfz-Umleitungen durch Fahrradstraßen, welche offenbar bewusst in Kauf genommen werden. So geschah es zuletzt in der Goßlerstraße, welche als eine der Hauptverkehrsachsen für Radfahrende aus den nördlichen Stadtteilen genutzt wird. Über Wochen erstickte der Radverkehr dort in absolut ungeregeltem Kfz-Durchgangsverkehr.

Das BfnS war 2023 die einzige Gruppierung im Stadtrat, die den Radentscheid der Klimaschutzgruppe GöttingenZero von Anfang an unterstützte und Unterschriften sammelte. Dass ein Bürgerentscheid für eine Reduktion des dem Auto zur Verfügung stehenden Verkehrsraums trotz massiver Gegenkampagne der Stadtverwaltung (unter anderem war der Initiatorin sogar das Plakatieren für den Bürgerentscheid verboten worden) in einer Großstadt eine Mehrheit von 54 % erhält, kommt selten vor – noch seltener dürfte es vorkommen, dass nur ein einziger von 46 gewählten Abgeordneten eines Stadtrates ein so erfolgreiches Bürgerbegehren von Anfang an mitträgt. „Wir waren die einzige politische Kraft im Rat, die von Anfang an ein verlässliches Gespür für den Mehrheitswillen der Bevölkerung hatte“, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Rates.

Heute zeigt sich immer deutlicher, dass es in der Öffentlichkeit nicht gut ankommt, einen Bürgerentscheid einfach zu ignorieren oder seine Umsetzung hinauszuschieben.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –

PM: BfnS kandidiert für Göttinger Rat und Ortsräte

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung kandidiert für den Göttinger Stadtrat sowie für die Ortsräte in Weende und Geismar.

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) hat am 04.06.2026 in einer Aufstellungsversammlung seine Kandidaturen für die kommende Kommunalwahl bestimmt. Mitglieder des 2019 gegründeten Bündnisses treten in allen fünf Wahlbereichen der Stadt sowie in den Ortsräten Weende und Geismar an.

Als Spitzenkandidat für die Ratswahl wurde wieder Dr. Francisco Welter-Schultes im Wahlbereich 5 Mitte nominiert, seit 2021 Ratsabgeordneter für das BfnS, davor ab 2016 für die Piratenpartei. In den Bereichen Baupolitik, Umwelt und Verkehr möchte er auch in der kommenden Ratsperiode die Schwerpunkte seiner Arbeit legen. Welter-Schultes hatte 2023/2024 im Zuge der beiden Bürgerbegehren mehrere tausend Unterschriften gesammelt und ist aus diesem Zusammenhang vielen Göttingerinnen und Göttingern als eines der Gesichter des Göttinger Radentscheids bekannt.

Aufgrund des niedersächsischen Kommunalwahlrechts können Parteien und Wähler*innengemeinschaften in einer Stadt wie Göttingen keine gesamtstädtische Liste mit einer an der Spitze stehenden Person einreichen, sondern sie müssen vorher beurteilen, in welchem der fünf Wahlbereiche die Gruppierung voraussichtlich wie viele Stimmen erhält, und ihre Kandidaten entsprechend platzieren. Das BfnS erhält erfahrungsgemäß im Wahlbereich 5 Mitte die meisten Stimmen.

„Wir sehen in dieser Wahlrechtregelung ein Demokratiedefizit, da es für die Bevölkerung gänzlich intransparent bleibt, welche Personen bei einer kleinen Gruppierung realistische Chancen haben, in den Rat gewählt zu werden“, so Welter-Schultes.

„Es ist wie eine Art Geheimwissen, das wir der Bevölkerung voraushaben. 80 % der Göttinger Wahlberechtigten können auf ihrem Wahlzettel gar nicht sehen, wer für das BfnS am Ende in den Rat kommt. Aus Analysen der vergangenen Wahlen wissen wir, dass bei einer Gruppierung aus unserem politischen Spektrum der Spitzenkandidat bei der Ratswahl derjenige ist, der im Wahlbereich 5 auf dem Wahlzettel steht – aber das kann nicht die Idee hinter einer demokratischen Wahl sein“.

Derzeit ist anvisiert, dass Welter-Schultes sich nach etwa 2 Jahren im Rat von Dr. Lukas Flinzberger aus Weende ablösen lässt.

Flinzberger tritt als Spitzenkandidat für den Wahlbereich 4 Nord an sowie für den Ortsrat Weende-Deppoldshausen. Ein thematischer Schwerpunkt in Weende ist die zukünftige Nutzung des Dragonerangers, wobei sich der Umweltwissenschaftler strikt gegen ein Gewerbegebiet ausspricht und für eine Rückführung der Fläche in das Landschaftsschutzgebiet Leinetal plädiert.

„Die Pläne eines Oberbürgermeisterkandidaten, auf der Dragoneranger-Fläche Gewerbegebiete auszuweisen, halte ich aus mehreren Gründen für nicht zielführend. Ich werde mich dafür einsetzen, dass solche Pläne nicht umgesetzt werden“, so Flinzberger.

Mit Dr. Christian Bunn und Kornelia Völker tritt das BfnS erstmals für den Ortsrat Geismar an. Spitzenkandidat Bunn liegt als Familienvater vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr am Herzen, er engagiert sich unter anderem für die Umsetzung des Radentscheids. Völker setzt sich für den Schutz von Bäumen und Stadtgrün ein und sieht die geplante Flächenversiegelung für den geplanten Feuerwehrneubau im Ortszentrum von Geismar kritisch.

„Geismar ist ein Stadtteil mit hoher Lebensqualität für Familien und ältere Menschen. Wir brauchen aber sichere Wege zu Schule, Gesundheitsversorgung und die Innenstadt. Der Feuerwehrneubau ist deswegen so kritisch, weil wir dringend Bereiche mit hoher Aufenthaltsqualität, wo Jugend und Nachbarn zusammen kommen können, benötigen“, so Bunn.

Erhard Langkeit, seit 2021 BfnS-Abgeordneter im Ortsrat Nikolausberg, wird dort nicht noch einmal antreten. Langkeit hatte jahrelang im umstrittenen Bauprojekt „Auf der Lieth“ planerische Defizite aufgezeigt und bis zuletzt versucht, politische Kompromisse zu erreichen. Die Vorschläge des Bürgerkreises „Nikolausberg hat Besseres verdient“ will jedoch weder im Rat noch im Ortsrat noch in der Verwaltung niemand auch nur lesen. Wie ein Beweis dieser These weigern sich Verwaltung und Rat am 12.06.2026 ein weiteres Mal, sich einen Kompromissvorschlag des Bürgerkreises anzusehen.

„In Nikolausberg müssen wir nach fünf Jahren enttäuscht feststellen, dass die Planung von Großbauprojekten nur ein Alles-oder-Nichts kennt und wie schon 2014 bei der IWF-Bauleitplanung am Nonnenstieg politische Kompromisse von keiner der drei großen Parteien gewollt werden. Niemand möchte auf eine oppositionelle Gruppierung zugehen und sie in den demokratischen Prozess einbeziehen. Die Stimmung im Ortsrat ist alles andere als gut. Wenn Demokratie sich so darstellt, ist es kein Wunder, dass politisch engagierte Menschen sich enttäuscht abwenden. Wenn wir sowieso nichts erreichen können, sehen wir schlichtweg keinen Sinn mehr in der Ortsratsarbeit“, so Erhard Langkeit als Fazit seiner jahrelangen Arbeit im Ortsrat.

„Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die ökologisch wertvolle Fläche nicht bebaut wird, allerdings nicht mehr politisch. Da die Bauleitplanung bereits jetzt offensichtlich rechtsfehlerhaft ist, macht es mehr Sinn, Geld zu sammeln und uns in Zukunft auf rechtliche Schritte zu konzentrieren. Wir sehen gute Chancen, das Bauprojekt damit ganz zu verhindern.“

Langkeit weiter: „Der Bürgerkreis möchte an dieser Stelle seinen ausdrücklichen Dank für die über viele Jahre hinweg unermüdliche Unterstützung durch das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung aussprechen – namentlich durch Herrn Dr. Welter‑Schultes. Ohne seine langjährige Erfahrung, seine fachliche Souveränität und seine Bereitschaft, sein Wissen jederzeit zu teilen, hätten wir so manche kommunalpolitische Phase aufgrund unserer eigenen Unerfahrenheit nicht in dieser Qualität meistern können.“

Der Bürgerkreis bleibe dem BfnS weiterhin eng verbunden und werde auch künftig zur gemeinsamen Sache einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen.

Das BfnS kann die Entscheidung des Bürgerkreises nachvollziehen, bedauert sie aber. 

„Auch im Stadtrat stellt sich die Arbeit zeitweise alles andere als kollegial dar. Wir kommen zwar an Informationen und können diese an die Bevölkerung weitergeben. Das ist tatsächlich einer der Hauptgründe, warum wir zur Ratswahl antreten. Aber die gegenwärtigen Bedingungen im Rat sind nicht gut. Gäste der Ratssitzungen wundern sich oft über den Tonfall, der auf Außenstehende abschreckend wirkt. Ratsfraktionen reden von Inklusion, handeln aber selbst nicht entsprechend. Ein freundlicher Umgang der Ratsmitglieder untereinander wäre notwendig, um den Bürgern unserer Stadt ein gutes Miteinander vorzuleben“, so Welter-Schultes.

Francisco Welter-Schultes
Dr. Francisco Welter-Schultes
Sprecher des BfnS
Spitzenkandidat Wahlbereich 5 (Innenstadt)
Dr. Lukas Flinzberger
stellv. Sprecher des BfnS
Kandidat Wahlbereich 4 (Nordstadt)

Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –