Wahlprogramm
Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
für die Kommunalwahl am 13. Sept. 2026 (beschlossen am 22.06.2026)
1. Bürgerbeteiligung
Bürgernahe Prozesse stärken das Vertrauen in die Demokratie. Um dieses Vertrauen zu fördern, setzt sich das BfnS für frühzeitige Bürgerbefragungen und die Umsetzung von Bürgerentscheiden auch bei baupolitischen Themen ein.
2. Verkehr
Das BfnS tritt ein für eine sichtbare Verkehrswende ein, die den Fuß- und Radverkehr, sowie den ÖPNV im Fokus hat. Der Schwerpunkt liegt auf einem verbesserten ÖPNV-Angebot, sowie auf einem Unterbinden von Raserei in Wohngebieten und einem Einrichten von ‚Protected Bike Lanes‘. Die Kernpunkte des Radentscheids aus dem Jahr 2024 sollen zur Umsetzung gebracht werden, Fahrspuren für Auto und Fahrrad sollen auf Durchgangsstraßen räumlich getrennt werden.
3. Umwelt
Umwelt- und Naturschutz sollen vor Bauvorhaben in die Planung mit einbezogen werden (bspw. „Auf der Lieth“ Nikolausberg und Feuerwehrneubau Geismar), und Innenentwicklung muss Vorrang vor Außenentwicklung haben.
Das BfnS setzt sich für den Erhalt von Stadtgrün, besonders für den Schutz alter Bäume ein. Das BfnS ist außerdem für einen grundsätzlichen Versiegelungsstopp in der Innenstadt und für den Erhalt des Dragonerangers als eine der wichtigen Kaltluftschneisen der Stadt.
4. Landwirtschaft
Das BfnS schätzt den Erhalt landwirtschaftlich genutzter Flächen und ist gegen den Flächenverbrauch wertvoller Böden. Landwirtschaftliche Flächen können parallel mit PV-Anlagen und als Weidegrünland genutzt werden. Produkte regionaler Bio-Landwirtschaft sollen besonders bei Essensanbietern kommunaler Einrichtungen den Vorrang bekommen.
5. Energiepolitik
Eine nachhaltige Energiepolitik, die weitgehend auf erneuerbaren Energien basiert, macht Göttingen zukunftsfähig, unabhängig und als Standort bezahlbar. Daher setzt sich das BfnS für die Förderung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie im Zusammenspiel mit Speicherlösungen ein.
6. Baupolitik
Die städtische Baupolitik muss ökologisch vertretbar und sozial sein. Das betrifft vor allem eine effektive Durchsetzung der Sozialwohnungsquote, eine bürgerorientierte Stadtplanung, sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. Das BfnS fordert, dass baupolitische Entscheidungen immer unter dem Vorbehalt des Umwelt- und Klimaschutzes geprüft werden müssen. Dafür sieht das BfnS eine Ausgliederung der unteren Naturschutzbehörde aus dem Baudezernat als notwendig an.
7. Soziales
Das BfnS steht für den Erhalt und die Förderung von bezahlbarem Wohnraum, die Nutzbarmachung von leerstehendem Wohnraum und mehr Sozialarbeit besonders in sozialen Brennpunkten und im Jugendbereich. Das BfnS fordert außerdem den Erhalt und Ausbau einer pluralistischen Schullandschaft, sowie das aktive Handeln mit Hinblick auf soziale Durchmischung. Weiterhin fordert das BfnS verstärkte Investitionen in Maßnahmen zur Klimawandelanpassung, besonders in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen (z.B. Schulhöfe).
8. Kultur
Ein attraktives Kulturangebot sollte vielfältig sein und Fördermittel dafür fair und gerecht verteilt werden. Kulturelle Vielfalt bildet sich nach Ansicht des BfnS nicht nur auf Grund teurer Prestigeprojekte, sondern auf Basis eines vielfältigen Angebots.
9. Tierschutz
Das BfnS fordert, dass kein Fleisch aus Massentierhaltung in kommunalen Mensen, Schulküchen und Kantinen angeboten wird und dass Angebote basierend auf regionaler Landwirtschaft ermöglicht werden.
10. Wirtschaft und Finanzen
Die Verwendung öffentlicher Gelder soll ausschließlich den Bedürfnissen der Allgemeinheit zugutekommen – Göttingen muss eine Stadt für ALLE Bewohner*innen sein und bleiben. Das BfnS fordert daher, dass Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge in öffentlicher Kontrolle liegen und transparenten Entscheidungsprozessen unterliegen. Dazu gehört für das BfnS eine Rückführung der städtischen Eigenbetriebe (u.a. Stadtwerke, GöVB, GöSF, GWG) in kommunale Kontrolle.
