Kandidatenvorstellung: Christian Bunn

Wir stellen in diesem und zwei weiteren Beiträgen unsere Spitzenkandidaten für die Stadtratswahl, sowie für die Ortratswahlen in Weende und Geismar vor. Heute möchten wir euch Christian Bunn vorstellen, welcher im Wahlbereich Geismar sowohl für den Ortsrat, als auch für den Stadtrat kandidiert.

Christian Bunn ist Teil des Bündnisses für nachhaltige Stadtentwicklung und kandidiert für den Ortsrat Geismar. Ihm liegt es am Herzen, den Stadtteil konstruktiv mitzugestalten, damit dieser unterschätzte Ortsteil sein volles Potential entwickeln kann. Nahversorgung, kurze Wege und lebenswerte Ortsgestaltung für Familien, ältere Nachbarn und lokale Unternehmen sind ihm wichtig.

Im Ortsrat wird er sich einsetzen für sichere Schulwege, Verschönerung grüner öffentlicher Orte und Wohnungsbau unter Berücksichtigung der Nachbarschaft. Einbringen wird er dazu seine Fachkenntnisse in der Klimaanpassung und dem Klimaschutz. Schutz der Menschen vor Hitze, Dürre oder Starkregen erfordert eine vorausschauende Planung und konsequente Umsetzung. 

„Wir stehen vor großen Herausforderungen um Geismar auf eine Zukunft mit Verkehrswende, Energiewende und Klimafolgen vorzubereiten. Ich sehe großes Potential um die Lebensqualität in Geismar weiter zu steigern indem wir das Viertel in dem wir wohnen grüner, ruhiger und sicherer mitgestalten. Begrünte Aufenthaltsorte, Spazierwege, und entspannte Schulwege sind nur einige der Möglichkeiten die wir umsetzen möchten.“ (Christian Bunn)

Dr. Christian Bunn ist Agrarökonom und hauptberuflich tätig als Wissenschaftler an einem internationalen Institut. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit der datengestützten Anpassung an den Klimawandel im Kaffee- und Kakaobereich. Dabei legt er besonders Wert darauf den betroffenen Akteuren zuzuhören, und dann gemeinsam Handlungsoptionen zu entwickeln.

Kandidatenvorstellung: Lukas Flinzberger

Wir stellen in diesem und zwei weiteren Beiträgen unsere Spitzenkandidaten für die Stadtratswahl, sowie für die Ortratswahlen in Weende und Geismar vor. Heute möchten wir euch Lukas Flinzberger vorstellen, welcher im Wahlbereich Weende/Nord sowohl für den Ortsrat, als auch für den Stadtrat kandidiert.

Lukas Flinzberger vom Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) kandidiert für den Ortsrat Weende. Politisch setzt sich Lukas insbesondere für eine klimaangepasste Stadtentwicklung ein. Dazu gehören der Schutz von Bäumen und Grünflächen, die Entsiegelung unnötig versiegelter Flächen, der Erhalt von Frischluftschneisen sowie die Anpassung öffentlicher Räume an die Folgen des Klimawandels.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner politischen Arbeit ist die Verkehrswende. Ein erklärtes Ziel des BfnS ist es, die Fortbewegung in Göttingen für Fußgänger, Radfahrer und Nutzer*innen des ÖPNV deutlich attraktiver zu machen. Dazu gehört auch die konsequente Umsetzung des Radentscheids. Speziell für Weende sieht Lukas Handlungsbedarf bei der Verkehrsführung im Altdorf, entlang der Fahrradstraße und im Umfeld der Schulen. Der Durchgangsverkehr muss dort deutlich reduziert werden, damit sichere Straßen für Kinder sowie alle zu Fuß gehenden und Radfahrenden entstehen.

„Weende soll ein lebenswerter Stadtteil für alle Generationen bleiben. Dazu gehören mehr Sicherheit für Kinder auf dem Schulweg, eine klimafeste Gestaltung unserer Straßen und Plätze sowie eine Verkehrspolitik, die Menschen und Gesundheit priorisiert, und nicht PKWs.“ (Lukas Flinzberger)

Dr. Lukas Flinzberger ist neben seiner Kandidatur für den Ortsrat Weende auch im Wahlbereich 4 (Nord) für die Stadtratswahl aufgestellt. Er lebt seit 2018 in Weende, ist verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Lukas studierte Geographie und Umweltmanagements, bevor er 2018 für seine Promotion nach Göttingen kam. Er forscht zu Fragen nachhaltiger Landschaftsentwicklung sowie regionaler Lebensmittelsysteme und und arbeitet heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kassel in Witzenhausen.

Kandidatenvorstellung: Francisco Welter-Schultes

Wir stellen in diesem und den beiden folgenden Beiträgen unsere Spitzenkandidaten für die Stadtratswahl, sowie für die Ortratswahlen in Weende und Geismar vor. Den Anfang macht unser bisheriger Stadtrats-Abgeordneter Francisco-Welter Schultes, welcher wieder im Wahlbereich 5 (Innenstadt) zur Wahl antritt.

Francisco Welter-Schultes ist seit 2021 Abgeordneter im Rat für das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) und war dort bereits 2016-2021 Abgeordneter für die Piratenpartei. Als Mitglied des Bauausschusses liegen seine Schwerpunkte in den Bereichen Bauen, Umwelt und Verkehr sowie Bürgerbeteiligung. Von den Sitzungen des Rates und der Ausschüsse schreibt Francisco Berichte, die von vielen Interessierten aus dem Umfeld gelesen werden.

Francisco Welter-Schultes

Francisco hat als Teil eines Teams den Radentscheid mit ausgearbeitet und mit seiner Fachexpertise und Erfahrung aus der Ratsarbeit dazu beigetragen, dass beide Bürgerbegehren relativ schnell rechtskonform waren und ab Mitte 2023 die Unterschriften gesammelt werden konnten. Auch im Team zum Sammeln der Unterschriften war Francisco aktiv.
Francisco war der einzige von den 47 Abgeordneten im Rat, der den Radentscheid von Anfang an unterstützt und mitgetragen hat. Dass ein Bürgerentscheid in einer Großstadt unter solchen Bedingungen 54 % der Wahlstimmen erhält, kommt sehr selten vor.

„Wir werden als BfnS-Abgeordnete versuchen, uns weiterhin für die Belange der Stadtbevölkerung einzusetzen, zu informieren wo wir können, und dafür eintreten, dass der Radentscheid nicht zwischen den Fingern zerrinnt. Der Bürgerentscheid ist bindend und muss in seiner wesentlichen Forderung umgesetzt werden, der Trennung von Fahrrad und Auto auf vielbefahrenen engen Durchgangsstraßen. Die Bevölkerung hat Mut bewiesen und hat es verdient, dass ihre Stimme gehört wird.“ (Francisco Welter-Schultes)

Dr. Francisco Welter-Schultes ist Zoologe, hat in Göttingen im Fachgebiet Weichtierforschung promoviert und leitet seit 2019 eine Arbeitsgruppe der Internationalen Kommission für Zoologische Nomenklatur, die derzeit die Regeln für das seit 1758 gebräuchliche System der wissenschaftlichen Tiernamensgebung überarbeitet.

PM: Vorstandswahl Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) bestätigt alle Vorstandsmitglieder im Amt.

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen (BfnS) hat in seiner Plenumsitzung am 17.08.2026 alle bisherigen Vorstandsmitglieder im Amt bestätigt. Jedes einzelne Mitglied im Vorstand der im Stadtgebiet zur Wahl antretenden Wählergruppe wurde einstimmig wiedergewählt.

Als Sprecher des Bündnisses hatte sich erneut Dr. Francisco Welter-Schultes zur Wahl gestellt, derzeit Mitglied des Rates und des Bauausschusses. Welter-Schultes kandidiert im Wahlbereich 5 (Mitte) wieder für den Rat und setzt sich dafür ein, die Bevölkerung dort und anderswo besser an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Vielen Göttingerinnen und Göttingern ist sein Gesicht durch seinen Einsatz beim Sammeln der Unterschriften für den Radentscheid bekannt.

Stellvertretender Sprecher bleibt Dr. Lukas Flinzberger, Gründungsmitglied des BfnS und Kandidat für den Ortsrat in Weende-Deppoldshausen. Flinzberger setzt sich für eine klimaangepasste Stadtentwicklung ein, die Umsetzung des Radentscheids, für den Schutz von Bäumen und Grünflächen, die Entsiegelung unnötig versiegelter Flächen, den Erhalt von Frischluftschneisen sowie die Anpassung öffentlicher Räume an die Folgen des Klimawandels.

Die Aufgabe des Schatzmeisters wurde erneut an Paulus Paulerberg delegiert, der im Leineviertel Stadtteilarbeit macht. Das Team wird komplettiert durch Sigrid Runge aus Geismar, die ebenfalls als Vorstandsmitglied bestätigt wurde. Der Vorstand befindet sich in dieser Besetzung bereits seit 2023 im Amt und hat in den vergangenen Monaten einen reibungslosen Ablauf bei der Aufstellung und Einreichung der Kandidaturen für den Rat und die Ortsräte in Geismar und Weende gewährleistet. 

„Wir wollen uns als Vorstandsteam weiterhin für Ziele der Nachhaltigkeit einsetzen, für eine bessere Bürgerbeteiligung und mehr Glaubwürdigkeit in allen Politikfeldern. Insbesondere damit, wie GöttingenZero als Initiatorin des Radentscheids von der Verwaltung behandelt wurde, sind wir nicht zufrieden „, so Welter-Schultes nach seiner Wiederwahl.

„Eine konsequenten Umsetzung des Radentscheids würde die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich mehr Menschen im innerstädtischen Verkehr eingeladen fühlen, vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Der Durchgangsverkehr muss deutlich reduziert werden, damit sichere Straßen für Kinder sowie alle zu Fuß gehenden und Radfahrenden entstehen“, ergänzt Flinzberger, der als Wissenschaftler auf dem Gebiet nachhaltiger Landschaftsentwicklung forscht.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –

PM: BfnS Göttingen unterstützt OB-Kandidatin Onyeka Oshionwu

Nach ausführlichen Kooperationsgesprächen hat das BfnS in seiner Plenumssitzung am Montag, den 22.06.2026, entschieden, Onyeka Oshionwu (Grüne) bei ihrer Kandidatur für das Amt der Oberbürgermeisterin mit einer ausdrücklichen Wahlempfehlung zu unterstützen. 

Neben zahlreichen inhaltlichen Übereinstimmungen diskutierten Vertreter des BfnS vor allem drei Themenschwerpunkte mit Onyeka Oshionwu – Themen, die dem BfnS besonders am Herzen liegen: (i) Eine Ausgliederung der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) aus dem Baudezernat, (ii) ein Moratorium für die aktuellen Bebauungspläne „Auf der Lieth“ (Nikolausberg), (iii) eine Abkehr von Plänen für ein Industriegebiet auf dem Dragoneranger (Weende). 

Beim Erhalt des Dragonerangers in Weende herrschte schnell Einigkeit. Das hochwertige Ackerland sowie die Frischluft-Funktion sollen nicht einem Industriegebiet zum Opfer fallen. Vorher gilt es, bestehende Industrieflächen konsequenter zu nutzen oder bereits versiegelte Flächen umzunutzen. „Auch eine Nutzung für ein ‚grünes Gewerbegebiet‘ wird es mit mir nicht geben, weil das Etikettenschwindel wäre. Stattdessen müssen zunächst bestehende Flächen durch ein städtisches Gewerbekataster erfasst und entwickelt werden“, so Onyeka Oshionwu zu diesem Thema. „Eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern und den Klimaschutz konsequent umzusetzen sind zentrale Herausforderungen für Göttingen.“

Das BfnS fordert bekanntermaßen die Ausgliederung der UNB aus dem Baudezernat. Dazu verspricht die grüne OB-Kandidatin, dass es unter ihr zumindest eine regelmäßige und stärkere Einbindung des Referats für nachhaltige Stadtentwicklung in Dezernatsentscheidungen geben wird, sowie eine dauerhafte Zusammenarbeit des Naturschutzes mit dem Personal dieses Referats. „Das ist aus unserer Sicht ein dringender Schritt, denn nur eine wirklich ebenbürtige Abwägung zwischen Bau- und Naturschutzthemen ermöglicht eine nachhaltige Stadtentwicklung, die diesen Namen verdient hat“, äußert sich Lukas Flinzberger, BfnS-Kandidat für die Ortsratswahl in Weende.

Genau um diese sorgfältige Abwägung ging es bei der Frage der Bebauungspläne „Auf der Lieth“ in Nikolausberg. Der Bürgerkreis in Nikolausberg (aktiv im BfnS) setzt sich seit langem für eine Überarbeitung des geplanten Großbauprojekts „Auf der Lieth“ ein. Dabei geht es sowohl um den Naturschutz als auch um eine nachhaltige Bebauungsplanung. Onyeka Oshionwu verspricht, die vom Bürgerkreis vorgeschlagenen Alternativen zu prüfen. Unter Ihrer Führung soll ein echter Dialog zwischen Verwaltung, Ortsrat und Bürgerinitiative entstehen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. „Wenn Bürger oder sogar Ortsräte das Gefühl haben, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird, entsteht Ohnmacht und Politikverdrossenheit“, erklärt Onyeka Oshionwu. „Dem entgegenzuwirken ist für mich eine Kernaufgabe erfolgreicher Lokalpolitik. Das bedeutet für mich, Wissen und Erfahrung von Akteuren außerhalb der Verwaltung und Entscheidungsgremien aktiv einzubeziehen und nicht nur zu beachten.“


Wahlkampf-Website von Onyeka Oshionwu mit ihrem Slogan:Göttingen kann mehr


Angesichts dieser zukunftsweisenden, pragmatischen sowie realistischen Einschätzungen zu Kernthemen des BfnS unterstützt das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung die OB-Kandidatur von Onyeka Oshionwu.  „Ich halte Onyeka Oshionwu auch für die einzige Kandidatin, die in der Lage wäre, den Bürgerentscheid von 2024 zum Radverkehr wirklich zur Umsetzung zu bringen, Einbahnstraßensysteme einzuführen und Fahrrad und Auto auf engen Durchgangsstraßen endlich zu trennen. Das werden viele Tausende in unserer Stadt, die genau dafür an der Wahlurne gestimmt hatten, auch so sehen und deswegen bin ich davon überzeugt, dass sie mit ihrem starken Auftreten, ihrer Kompetenz und klaren Blickrichtung die erste Grüne Oberbürgermeisterin in Göttingen werden kann“, sagt Ratsherr Francisco Welter-Schultes, der erneut für den Rat kandidiert.

Teile des Kandidaten-Teams, welches das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen (BfnS) für die Kommunalwahl im September aufgestellt hat.
Teile des Kandidaten-Teams, welches das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen (BfnS) für die Kommunalwahl im September aufgestellt hat.

Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –

PM: 2 Jahre Radentscheid

Zwei Jahre Radentscheid: Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) sieht weiterhin Defizite bei der Umsetzung.

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) sieht weiterhin gravierende Defizite bei der Umsetzung des Radentscheids. Anlässlich des zweiten Jahrestages des Bürgerentscheids beobachtet das Bündnis nur einen geringen Willen der Stadtverwaltung, Sicherheit für den Radverkehr zu gewährleisten und die dafür unausweichlichen Einbahnstraßen-Systeme einzurichten, um damit den Kern des Bürgerentscheids umzusetzen. Einbahnstraßen und Protected Bike Lanes auf Stadtviertel-verbindenden Strecken wären dringend notwendig, damit ältere Menschen und Kinder Radfahren als sicher empfinden und Eltern ihre Kinder nicht mehr mit dem Auto zur Schule fahren.

Aber auch die sogenannten niedrig hängenden Früchte, zu deren Umsetzung es so gut wie kein Geld bräuchte, geht die Stadt nicht an. Bis heute wurde kein einziger Fahrrad-Grünpfeil installiert, was an über 50 Stellen im Stadtgebiet ohne Weiteres möglich wäre. Anträge des Bündnisses für nachhaltige Stadtentwicklung mit Fotos jeder einzelnen Ampel liegen schon lange vor. Bereits seit 2015 werden die Bitten an die Stadtverwaltung herangetragen, doch keine einzige der Ampeln, an denen rechts ein Radweg oder ein gemeinsamer Geh- und Radweg abbiegt, wurde bislang mit einem Schild versehen.

„Gerade weil Maßnahmen wie die Anbringung der Fahrrad-Grünpfeile so gut wie kein Geld kosten, ist es für uns völlig unverständlich, warum die Verwaltung sie nach wie vor nicht umsetzt. Der größte Teil der Bevölkerung hat von einer Umsetzung der Beschlüsse im Radentscheid, die große und kleine Maßnahmen in allen Stadtvierteln beinhalten, auch nach zwei Jahren noch überhaupt nichts mitbekommen. Es muss endlich mehr passieren, vor allem muss sich die grundsätzliche Herangehensweise an den demokratischen Beschluss ändern. Die Umsetzung dieser Entscheidung hat viel mit Respekt vor der eigenen Bevölkerung zu tun“, so Christian Bunn, Spitzenkandidat des BfnS für den Ortsrat Geismar.

Auch auf bereits bestehenden Fahrradstraßen mahnt das BfnS seit langem eine Umstellung auf eine wirklich fahrradfreundliche Verkehrsführung an. Stattdessen entstehen im Zuge von Baustellen inoffizielle Kfz-Umleitungen durch Fahrradstraßen, welche offenbar bewusst in Kauf genommen werden. So geschah es zuletzt in der Goßlerstraße, welche als eine der Hauptverkehrsachsen für Radfahrende aus den nördlichen Stadtteilen genutzt wird. Über Wochen erstickte der Radverkehr dort in absolut ungeregeltem Kfz-Durchgangsverkehr.

Das BfnS war 2023 die einzige Gruppierung im Stadtrat, die den Radentscheid der Klimaschutzgruppe GöttingenZero von Anfang an unterstützte und Unterschriften sammelte. Dass ein Bürgerentscheid für eine Reduktion des dem Auto zur Verfügung stehenden Verkehrsraums trotz massiver Gegenkampagne der Stadtverwaltung (unter anderem war der Initiatorin sogar das Plakatieren für den Bürgerentscheid verboten worden) in einer Großstadt eine Mehrheit von 54 % erhält, kommt selten vor – noch seltener dürfte es vorkommen, dass nur ein einziger von 46 gewählten Abgeordneten eines Stadtrates ein so erfolgreiches Bürgerbegehren von Anfang an mitträgt. „Wir waren die einzige politische Kraft im Rat, die von Anfang an ein verlässliches Gespür für den Mehrheitswillen der Bevölkerung hatte“, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Rates.

Heute zeigt sich immer deutlicher, dass es in der Öffentlichkeit nicht gut ankommt, einen Bürgerentscheid einfach zu ignorieren oder seine Umsetzung hinauszuschieben.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –

PM: BfnS kandidiert für Göttinger Rat und Ortsräte

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung kandidiert für den Göttinger Stadtrat sowie für die Ortsräte in Weende und Geismar.

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) hat am 04.06.2026 in einer Aufstellungsversammlung seine Kandidaturen für die kommende Kommunalwahl bestimmt. Mitglieder des 2019 gegründeten Bündnisses treten in allen fünf Wahlbereichen der Stadt sowie in den Ortsräten Weende und Geismar an.

Als Spitzenkandidat für die Ratswahl wurde wieder Dr. Francisco Welter-Schultes im Wahlbereich 5 Mitte nominiert, seit 2021 Ratsabgeordneter für das BfnS, davor ab 2016 für die Piratenpartei. In den Bereichen Baupolitik, Umwelt und Verkehr möchte er auch in der kommenden Ratsperiode die Schwerpunkte seiner Arbeit legen. Welter-Schultes hatte 2023/2024 im Zuge der beiden Bürgerbegehren mehrere tausend Unterschriften gesammelt und ist aus diesem Zusammenhang vielen Göttingerinnen und Göttingern als eines der Gesichter des Göttinger Radentscheids bekannt.

Aufgrund des niedersächsischen Kommunalwahlrechts können Parteien und Wähler*innengemeinschaften in einer Stadt wie Göttingen keine gesamtstädtische Liste mit einer an der Spitze stehenden Person einreichen, sondern sie müssen vorher beurteilen, in welchem der fünf Wahlbereiche die Gruppierung voraussichtlich wie viele Stimmen erhält, und ihre Kandidaten entsprechend platzieren. Das BfnS erhält erfahrungsgemäß im Wahlbereich 5 Mitte die meisten Stimmen.

„Wir sehen in dieser Wahlrechtregelung ein Demokratiedefizit, da es für die Bevölkerung gänzlich intransparent bleibt, welche Personen bei einer kleinen Gruppierung realistische Chancen haben, in den Rat gewählt zu werden“, so Welter-Schultes.

„Es ist wie eine Art Geheimwissen, das wir der Bevölkerung voraushaben. 80 % der Göttinger Wahlberechtigten können auf ihrem Wahlzettel gar nicht sehen, wer für das BfnS am Ende in den Rat kommt. Aus Analysen der vergangenen Wahlen wissen wir, dass bei einer Gruppierung aus unserem politischen Spektrum der Spitzenkandidat bei der Ratswahl derjenige ist, der im Wahlbereich 5 auf dem Wahlzettel steht – aber das kann nicht die Idee hinter einer demokratischen Wahl sein“.

Derzeit ist anvisiert, dass Welter-Schultes sich nach etwa 2 Jahren im Rat von Dr. Lukas Flinzberger aus Weende ablösen lässt.

Flinzberger tritt als Spitzenkandidat für den Wahlbereich 4 Nord an sowie für den Ortsrat Weende-Deppoldshausen. Ein thematischer Schwerpunkt in Weende ist die zukünftige Nutzung des Dragonerangers, wobei sich der Umweltwissenschaftler strikt gegen ein Gewerbegebiet ausspricht und für eine Rückführung der Fläche in das Landschaftsschutzgebiet Leinetal plädiert.

„Die Pläne eines Oberbürgermeisterkandidaten, auf der Dragoneranger-Fläche Gewerbegebiete auszuweisen, halte ich aus mehreren Gründen für nicht zielführend. Ich werde mich dafür einsetzen, dass solche Pläne nicht umgesetzt werden“, so Flinzberger.

Mit Dr. Christian Bunn und Kornelia Völker tritt das BfnS erstmals für den Ortsrat Geismar an. Spitzenkandidat Bunn liegt als Familienvater vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr am Herzen, er engagiert sich unter anderem für die Umsetzung des Radentscheids. Völker setzt sich für den Schutz von Bäumen und Stadtgrün ein und sieht die geplante Flächenversiegelung für den geplanten Feuerwehrneubau im Ortszentrum von Geismar kritisch.

„Geismar ist ein Stadtteil mit hoher Lebensqualität für Familien und ältere Menschen. Wir brauchen aber sichere Wege zu Schule, Gesundheitsversorgung und die Innenstadt. Der Feuerwehrneubau ist deswegen so kritisch, weil wir dringend Bereiche mit hoher Aufenthaltsqualität, wo Jugend und Nachbarn zusammen kommen können, benötigen“, so Bunn.

Erhard Langkeit, seit 2021 BfnS-Abgeordneter im Ortsrat Nikolausberg, wird dort nicht noch einmal antreten. Langkeit hatte jahrelang im umstrittenen Bauprojekt „Auf der Lieth“ planerische Defizite aufgezeigt und bis zuletzt versucht, politische Kompromisse zu erreichen. Die Vorschläge des Bürgerkreises „Nikolausberg hat Besseres verdient“ will jedoch weder im Rat noch im Ortsrat noch in der Verwaltung niemand auch nur lesen. Wie ein Beweis dieser These weigern sich Verwaltung und Rat am 12.06.2026 ein weiteres Mal, sich einen Kompromissvorschlag des Bürgerkreises anzusehen.

„In Nikolausberg müssen wir nach fünf Jahren enttäuscht feststellen, dass die Planung von Großbauprojekten nur ein Alles-oder-Nichts kennt und wie schon 2014 bei der IWF-Bauleitplanung am Nonnenstieg politische Kompromisse von keiner der drei großen Parteien gewollt werden. Niemand möchte auf eine oppositionelle Gruppierung zugehen und sie in den demokratischen Prozess einbeziehen. Die Stimmung im Ortsrat ist alles andere als gut. Wenn Demokratie sich so darstellt, ist es kein Wunder, dass politisch engagierte Menschen sich enttäuscht abwenden. Wenn wir sowieso nichts erreichen können, sehen wir schlichtweg keinen Sinn mehr in der Ortsratsarbeit“, so Erhard Langkeit als Fazit seiner jahrelangen Arbeit im Ortsrat.

„Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die ökologisch wertvolle Fläche nicht bebaut wird, allerdings nicht mehr politisch. Da die Bauleitplanung bereits jetzt offensichtlich rechtsfehlerhaft ist, macht es mehr Sinn, Geld zu sammeln und uns in Zukunft auf rechtliche Schritte zu konzentrieren. Wir sehen gute Chancen, das Bauprojekt damit ganz zu verhindern.“

Langkeit weiter: „Der Bürgerkreis möchte an dieser Stelle seinen ausdrücklichen Dank für die über viele Jahre hinweg unermüdliche Unterstützung durch das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung aussprechen – namentlich durch Herrn Dr. Welter‑Schultes. Ohne seine langjährige Erfahrung, seine fachliche Souveränität und seine Bereitschaft, sein Wissen jederzeit zu teilen, hätten wir so manche kommunalpolitische Phase aufgrund unserer eigenen Unerfahrenheit nicht in dieser Qualität meistern können.“

Der Bürgerkreis bleibe dem BfnS weiterhin eng verbunden und werde auch künftig zur gemeinsamen Sache einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen.

Das BfnS kann die Entscheidung des Bürgerkreises nachvollziehen, bedauert sie aber. 

„Auch im Stadtrat stellt sich die Arbeit zeitweise alles andere als kollegial dar. Wir kommen zwar an Informationen und können diese an die Bevölkerung weitergeben. Das ist tatsächlich einer der Hauptgründe, warum wir zur Ratswahl antreten. Aber die gegenwärtigen Bedingungen im Rat sind nicht gut. Gäste der Ratssitzungen wundern sich oft über den Tonfall, der auf Außenstehende abschreckend wirkt. Ratsfraktionen reden von Inklusion, handeln aber selbst nicht entsprechend. Ein freundlicher Umgang der Ratsmitglieder untereinander wäre notwendig, um den Bürgern unserer Stadt ein gutes Miteinander vorzuleben“, so Welter-Schultes.

Francisco Welter-Schultes
Dr. Francisco Welter-Schultes
Sprecher des BfnS
Spitzenkandidat Wahlbereich 5 (Innenstadt)
Dr. Lukas Flinzberger
stellv. Sprecher des BfnS
Kandidat Wahlbereich 4 (Nordstadt)

Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –

PM: Aufstellungsversammlung BfnS Göttingen // Donnerstag 04.06.2026 // 16:00 Uhr // Nikolaistr. 11

Aufstellungsversammlung: Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) will wieder für den Rat antreten.

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung hat sich in seiner Plenumsitzung am 12.05.2026 entschieden, wieder für den Rat anzutreten, sowie auch für einige Ortsräte, und beruft hierzu eine Aufstellungsversammlung ein.

Zeitpunkt: Donnerstag 04. Juni 2026, 16:00 Uhr
Ort: Göttingen, Nikolaistraße 11, 1. Stock (eine Anmeldung ist nicht erforderlich)

„PM: Aufstellungsversammlung BfnS Göttingen // Donnerstag 04.06.2026 // 16:00 Uhr // Nikolaistr. 11“ weiterlesen

PM: ADFC-Fahrradklimatest

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung sieht das Ergebnis des ADFC-Fahrradklimatests als eine weitere Bestätigung dafür, dass die Göttinger Bevölkerung zunehmend unzufrieden mit der kommunalen Radverkehrspolitik ist. Die Hauptforderungen des Radentscheids nach Trennung von Fahrrad und Auto auf engen Hauptstraßen mit Mischverkehr müssen umgesetzt werden.

Sowohl in der Gruppe der ähnlich großen Städte als auch im Vergleich mit allen deutschen Großstädten fällt Göttingen im Ranking immer weiter zurück. Göttingen lag 2020 mit einer Schulnote von 3,27 noch auf Platz 1 im Ranking der Städte mit 100.000-200.000 Einwohnern und auf Platz 3 unter allen 82 Großstädten. Nun schafft es Göttingen mit der Note 3,61 und Platz 4 erstmals seit 2012 nicht mehr aufs Podium und mit Platz 11 auch erstmals seit 2012 nicht mehr unter die Top 10 der deutschen Großstädte. Die fahrradfreundlichsten Großstädte sind Münster, Freiburg (das Deutschlands ersten überdachten Radweg gebaut hat) und Karlsruhe.

„Wer nichts tut, wird nach unten durchgereicht. Eine Stadt, die nichts tut, wird von Städten, die sich sichtbar mehr Mühe geben, überholt. Städte wie Frankfurt oder Darmstadt haben nun erstmals bessere Noten als Göttingen – nicht umsonst wurden im Radentscheid vorbildliche Beispiele aus genau diesen Städten angeführt. Das Hauptproblem in Göttingen ist, dass die Verwaltungsspitze sich nach wie vor scheut, Verkehrsflächen, die bislang dem Auto vorbehalten sind, für einen sicheren Radverkehr zur Verfügung zu stellen, und Fahrrad und Auto zu trennen. Dringend notwendig sind Einbahnstraßensysteme wie zum Beispiel im System Friedländer Weg/Merkelstraße, damit auch Kinder und ältere Menschen zwischen den Stadtvierteln sicher Radfahren können“, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Rates.

Die Noten im Test fallen generell sehr schlecht aus. Eine bessere Note als 3 erhält außer Münster (2,97) keine Großstadt in Deutschland. Unter den kleineren Städten liegen Tübingen (2,77) und Baunatal (2,53) auf den Spitzenplätzen.

Nicht nur der Platz im Ranking, auch die Noten werden in Göttingen dramatisch schlechter. Mit einer Ausnahme haben alle Städte, die 2022 unter den Top 10 der Großstädte lagen, 2024 eine bessere Bewertung erhalten als 2022. Göttingen ist die einzige Stadt unter den Top 10 von 2022, deren Note sich verschlechtert hat – von 3,51 auf 3,61.  Dieser Rückfall ist außergewöhnlich deutlich. Nur sechs Großstädte verschlechtern sich seit 2022 um eine Zehntel-Schulnote oder mehr (Berlin, Gütersloh, Heilbronn, Ludwigshafen, Trier). Die meisten Großstädte verbesserten sich. Insgesamt fielen die Schulnoten in allen Städten im Schnitt um 0,04 Noten besser aus als 2022. 

Die Noten auf die einzelnen Fragen zeigen, wo in Göttingen ganz besondere Probleme liegen. Bei der Frage nach den Fahrraddiebstählen erreicht Göttingen eine Note von 5,6. Unter den 2214 Werten aller 27 Fragen von 82 Großstädten gibt es nur einen einzigen Wert, der noch näher an der 6 liegt (Krefeld mit 5,7 bei Frage 19 nach der Oberfläche der Radwege). Besonders schlechte Werte werden seit Jahren für die Führung an Baustellen ermittelt – die Note liegt genau wie 2022 bei 4,5 und zeigt, dass sich nichts verändert hat. 16 Großstädte machen das anscheinend besser als Göttingen, darunter sogar Berlin. Münster als Spitzenreiter bekam die Note 3,2. Vielleicht kann Göttingens Baudezernat sich dort mal erkundigen, warum das so ist.

Besonders stark verschlechtert haben sich die Noten auf die Frage nach der „Fahrradförderung in jüngster Zeit“ (von 2,8 in 2020 auf 3,5 in 2024) sowie die Frage zum Winterdienst (von 3,0 auf 3,7). Immer schlechtere Noten gibt es für die Radwege: Für das Fahren auf Radwegen und Radfahrstreifen sank die Bewertung in 4 Jahren (2020-2024) von 3,5 auf 4,0, ebenso bei der Bewertung der Oberflächen der Radwege. Bei der Breite der Radwege sank die Note von 3,7 auf 4,2.

Die besonders schlechte Bewertung für die jüngste Radverkehrspolitik der Stadt bestätigt noch einmal das Votum des Radentscheids und die Unzufriedenheit mit der städtischen Radverkehrspolitik. Die mangelnde Umsetzung des Radentscheids hat vermutlich nur wenig zu den schlechten Noten beigetragen, da der Test bereits im Herbst 2024 beendet war. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht so deutlich sichtbar wie jetzt, dass der Radentscheid in so gut wie allen Punkten im gesamten ersten Jahr nicht sichtbar umgesetzt wurde.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –

PM: Jahrestag des Göttinger Bürgerentscheids – 09. Juni 2025

Jahrestag des Göttinger Bürgerentscheids: Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung fordert die Umsetzung der Vorgaben

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung fordert, den Bürgerentscheid vom 09.06.2024 umzusetzen. Bislang wurde noch nichts sichtbar umgesetzt außer 150 m Protected Bike Lane an der Reinhäuser Landstraße. Das entspricht weniger als 1 % der Vorgaben, die mit dem Bürgerentscheid rechtlich bindend beschlossen wurden.

Deutlich sichtbar ist allerdings, dass die Verwaltung die wenigen im Rathaus vorhandenen Kapazitäten bei Radverkehrsplanung, Tiefbau und Verkehrsbehörden für ganz andere Radverkehrsprojekte eingesetzt hat, und zwar für solche, die die SPD-geführte Verwaltungsspitze bevorzugt und die nicht im Bürgerentscheid stehen. Einfach ausgedrückt: die Verwaltung verfolgte ihre eigenen Ziele und missachtete dabei den Bürgerentscheid.

Von den 34 Einzelvorgaben des Bürgerentscheids lassen sich 13 als unmittelbar umzusetzende Beschlüsse bezeichnen, davon sind etwa 10 quantifizierbar, ihre Auswertung lässt sich also in Zahlen oder Prozenten ausdrücken.

Die wichtigste Forderung im Radentscheid, die Trennung von Fahrrad und Auto auf stark befahrenen Durchgangsstraßen, wurde bislang nicht umgesetzt. Da die Göttinger Straßenräume zu eng sind, müssten hierzu, wie im Friedländer Weg und in der Merkelstraße (diese sind im Radentscheid 1 konkret als Beispiel aufgeführt), Einbahnstraßensysteme gebildet werden, um den Radverkehr sicher und getrennt vom Auto auf Protected Bike Lanes führen zu können.

Die Stadt hat zwar auf einer Länge von 150 m eine Protected Bike Lane an der Reinhäuser Landstraße in Höhe des Neuen Rathauses eingerichtet und damit in diesem Punkt 10 % der Vorgabe erfüllt, jährlich 1,5 km Protected Bike Lanes einzurichten. Dies ist jedoch die einzige Maßnahme, die dem Radentscheid Rechnung trägt.

Bei den 12 anderen auswertbaren Einzelvorgaben des Radentscheids wurden jeweils 0 % umgesetzt:

  • 0 km Trennung von Fahrrad und Auto bei Mischverkehr auf Hauptstraßen
  • 0 Maßnahmen zur Ertüchtigung bestehender Fahrradstraßen nach Bürgerentscheid-Vorgaben
  • 0 Ertüchtungen von Kreuzungen (Vorgabe im Bürgerentscheid: 2 pro Jahr)
  • 0 sogenannte Bettelampeln ausprogrammiert
  • 0 von 63 Fahrrad-Grünpfeilen installiert
  • 0 m Dooring-Zonen nach den Vorgaben des Bürgerentscheids abmarkiert
  • 0 Überdachungen von Fahrrad-Abstellanlagen angebracht
  • 0 Wegweisungen von Fahrrad-Nebenstrecken ausgewiesen (eine wurde beantragt, in Geismar)
  • 0 zusätzliche Fahrradbügel in der inneren Fußgängerzone installiert
  • Kein neuer Winterdienstplan wurde erstellt
  • An Baustellen keine gleichberechtigte Behandlung der Verkehrsarten
  • Keine Änderung der Prioritätensetzung beim Einsetzen von Personal der Stadtverwaltung

In der Gesamtansicht ergibt sich eine quasi komplette Nichtumsetzung des Bürgerentscheids ein Jahr nach dessen Verabschiedung. Das BfnS sieht darin einen Rechtsbruch. Bürgerentscheide sind für eine Verwaltung rechtlich bindend und müssen umgesetzt werden.

„Oberbürgermeisterin Broistedt (SPD) hat vor dem Abstimmungstermin massiv Wahlkampf gegen den Radentscheid gemacht, sie hat der Initiatorin sogar das Plakatieren im öffentlichen Raum verboten – und hinterher lässt sie ihn nicht umsetzen. Das ist zwar konsequent und verständlich, aber ich halte es für rechtswidrig. Aus gutem Grund muss eine Verwaltungsspitze sich im Wahlkampf neutral verhalten – denn sie ist hinterher verpflichtet, den Mehrheitsbeschluss umzusetzen, egal wie er ausgeht. Genau das macht sie nun nicht, sie missachtet also einen rechtsverbindlichen Bürgerentscheid. Ohne Konsequenzen dürfte das auf Dauer nicht bleiben“, so Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Rates.

Broistedt hatte im Wahlkampf zudem mit falschen Zahlen zur Kostenschätzung Stimmung gemacht und behauptet, Ausgaben in den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Feuerwehr müssten gekürzt werden – und nun hat sie bislang überhaupt kein Geld ausgegeben für die Umsetzung des Radentscheids. Die 150 m Protected Bike Lane wurden im Rahmen einer Baustelle sowieso eingerichtet, sie wird hinterher nur verstetigt. Über 30 Millionen Euro hat die Bevölkerung für die Trennung von Fahrrad und Auto und andere Vorhaben bis 2030 bewilligt.

Am schwerwiegendsten ist der letzte Vorgabenpunkt aus der Liste. Die Verwaltung hat den Großteil der für Radverkehrsplanung zur Verfügung stehenden Kapazitäten in Maßnahmen eingesetzt, die nicht dem Bürgerentscheid entsprachen. Sie kann nicht behaupten, für die Umsetzung des Bürgerentscheids habe kein Personal zur Verfügung gestanden.

Bis zum 17.12.2024 wurden mit genau diesem Personal über 400 Stellungnahmen zum umstrittenen Gartetalradweg abgearbeitet – in dieser Zeit hätte schon längst mit der Umsetzung des Bürgerentscheids begonnen werden müssen.

Für Fahrradstraßen (Hospitalstraße, Bühlstraße) wurde im Herbst 2024 ein Fördermittelantrag gestellt und Planungen eingeleitet. Fahrradstraßen sind nicht Teil des Bürgerentscheids, dessen Ziel die Verbesserung der Verkehrssicherheit von Kindern und älteren Menschen war. Kinder müssen auf einer Fahrradstraße, die verkehrsrechtlich eine ganz normale Kfz-Straße darstellt, auf dem Gehweg fahren. Sie hilft Familien mit Kindern überhaupt nicht.

Die Abmarkierung blauer Dooring-Zonen am Schildweg war ein teurer Fehlversuch, der den Radentscheid-Vorgaben in den entscheidenden Punkten zur Farbe und Breite nicht entsprach (weiß und 0,75 m breit wie in Frankfurt). Für problematisch hält das BfnS auch Aussagen der Verwaltung aus den letzten Monaten, bestimmte Beschlusspunkte des Bürgerentscheids aus politischen Gründen gar nicht umsetzen zu wollen. Hierzu zählen die Abschaffung der politisch höchst umstrittenen Bettelampeln und die vom Ortsrat Geismar geforderte Ausschilderung einer Fahrrad-Nebenstrecke in die Innenstadt.

Das BfnS ist der Ansicht, dass die SPD-geführte Verwaltungsspitze in diesen Punkten keinen politischen Handlungsspielraum hat und die Beschlüsse auch dann umsetzen muss, wenn sie politisch eine andere Abwägung von Interessen und Prioritäten bevorzugen würde.

Das BfnS fordert die Umsetzung des Bürgerentscheids in all seinen Punkten.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung Göttingen
– Der Vorstand –