PM: Parkhaus Hainholzweg

Bündnis lehnt neues Parkhaus am Hainholzweg ab

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung lehnt das von der Stadt geplante Parkhaus am Hainholzweg hinter der Stadthalle ab. Die Verwaltung hatte am 08.07.2021 im Bauausschuss aufgrund eines Antrags von SPD und Grünen eine Planung vorgestellt, acht große Bäume zu fällen und dafür ein Parkhaus mit einer Kapazität von 118 Autos auf dem Parkplatz zu errichten, der derzeit 94 Parkplätze aufweist. Für diese 24 zusätzlichen Parkplätze müssten 1,3 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt werden. Geld, das dann bei der Sanierung von Schulen fehlen wird.

“Wir lehnen diese Planung strikt ab. Sollten wir in den Rat gewählt werden, werden wir einer Einstellung der Mittel in den Haushalt nicht zustimmen.Das Fällen von acht großen Bäumen für neue Parkplätze ist für uns völlig inakzeptabel. Gerade im Innenstadtbereich muss jeder Baum erhalten werden, der noch steht”, so Paulus Paulerberg, Kandidat des Bündnisses für den Wahlbereich Innenstadt.

Es handelt sich um sechs mächtige Eichen von zwei Meter Stammumfang und zwei weitere große Laubbäume. Die Verwaltung überschrieb die Vorlage mit “Verkehrswende für Göttingen”, allerdings kam sie nicht selber auf diesen Titel. Die CDU hatte bereits zum 16.02.2018 einen Antrag mit derselben Zielrichtung eingereicht, Parkhäuser am Rand der Innenstadt zu bauen. Nach Ansicht des Bündnisses ein Antrag im Sinne der autogerechten Stadt. SPD und Grünen reichten zum 15.11.2019 einen quasi gleichlautenden Antrag mit genau derselben Forderung ein, fassten ihn in blumige Worte und überschrieben ihn mit “Verkehrswende für Göttingen”. Die Verwaltung übernahm das nur.

Paulerberg: “Unsere Auffassung von Verkehrswende ist mit der Errichtung neuer Parkplätze im Innenstadtbereich nicht vereinbar. Verkehrswende heißt für uns, dass die Göttinger Verkehrsinfrastruktur von Grund auf neu geplant werden muss. Neue Parkplätze baut man nur dann, wenn man akzepziert, dass der gesamte städtische Verkehr auch in Zukunft auf das Auto zugeschnitten bleibt. Wir lehnen das ab und werden im Rat ein Weiter-so nicht mehr mittragen.”

Zu einer Verkehrswende gehören nach Ansicht des Bündnisses überdachte Fahrradwege auf allen stadtviertelverbindenden Hauptstraßen, Umwidmung von Kfz-Fahrbahnen für den Radverkehr, eine Straßenbahnplanung und in Verbindung damit die Bereitstellung von Pendlerparkplätzen am Stadtrand. Der Parkdruck im Innenstadtbereich wird dann abnehmen, wenn Angestellte und Kundschaft mit einem gestärkten ÖPNV sowie auf sicheren Fahrradwegen die Innenstadt ansteuern können.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (Der Vorstand)
Francisco Welter-Schultes, Lukas Flinzberger, Erika Lohe-Saul, Werner Schulze