PM: Göttinger Klimaplan 2030

“Das BfnS befürwortet den sofortigen Start der wichtigsten Projekte des Klimaplans 2030.”

Der Göttinger Klimaplan 2030 wurde von der Verwaltung im Umweltausschuss am 29.06.2021 vorgelegt und steht voraussichtlich im Rat am 16.07.2021 zur Abstimmung an. Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (BfnS) wertet diesen als Beginn einer Planentwicklung, die die Langsamkeit der vergangenen Jahrzehnte hinter sich lässt und die Fortschritte der Klimamaßnahmen vervielfachen soll.

Er soll die Vergangenheit treffend analysieren und den Weg zur Klimaneutralität weisen, ohne dass die Stadt bis zum Ziel ihr Treibhausgasbudget überschreitet. Hier folgt der Plan dem Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) mit dem 1,75° Ziel bis 2045.

Das Bündnis hält die Vorgabe des SRU für unzureichend, da sie nicht nachdrücklich genug auf sofortige Beschleunigung von Klimaschutzmaßnahmen drängt. Wir als Bündnis fordern neben den 400 MWp des Konzeptplans weitere 400 MWp Agrophotovoltaik und die Öffnung des Landschaftsschutzes für diese Technologie. Des weiteren befürworten wir den Ausbau der Windkraft außerhalb von Wäldern. Dabei brauchen die Kommunen geänderte Rahmenbedingungen und finanzielle Unterstützung durch Land, Bund und Europa.

Der Konzeptband des Klimaplans stellt in einem Szenario (Gedankenmodell) den Verlauf unseres Energieverbrauchs und unserer Klimagasproduktion in Vergangenheit und Zukunft vor. Allerdings bleibt der Klimaplan 2030 Datenquellen und Art der Datenerfassung schuldig. Ebenso fehlen nähere Angaben zu Monitoring (Beobachtung, Messwerterfassung) und Controlling (Steuerung, Korrektur). Beide sind genauso wichtig wie der Plan selbst. Wir fordern die Einführung eines wirksamen Monitorings und Controllings.

“Das Wichtigste ist, dass wir mit den Projekten anfangen”, ist Werner Schulze überzeugt, energiepolitischer Sprecher des Bündnisses. Die Stärke des Klimaplans 2030 sei nicht die Durchdringung aller Teilaspekte des Klimageschehens, sondern seine konstruktive Ausrichtung.

Der Maßnahmenplan beschreibt relativ konkret ca. 60 Sofortmaßnahmen und Leitprojekte, die an Anzahl und Umfang noch vehement erweitert werden müssen. Alle diese Projekte sind noch nicht durchgeplant und enthalten Schätzwerte. Projektstart, – dauer, – kosten, Personalaufwand, Projektträger, – investoren und Energie- und Treibhausgas-Potentiale festzulegen sind künftige Aufgaben. Die Projekte und Maßnahmen müssen schon in die kommenden Haushaltsverhandlungen einfließen, da ansonsten in vielen Punkten empfindliche Verzögerungen riskiert werden.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (Der Vorstand)
Francisco Welter-Schultes, Lukas Flinzberger, Erika Lohe-Saul, Werner Schulze