PM: Umgang mit Energie in der momentanen Lage

Wir vom Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung vertreten, wie vermutlich sehr viele, die Ansicht, es sei besser, wir würden erst gar nicht in die Lage geraten, durch unsere Handelsabhängigkeiten Kriege zu unterstützen oder erpressbar zu sein.

Sinkender Verbrauch von Gas, Öl und Kohle in allen Bereichen senkt unsere Sicherheitsrisiken. Auch Göttingen kann wirksam beitragen. Durch hohe Standards bei der Gebäudesanierung und bei moderatem Neubau. Wir brauchen Elektroantriebe im stationären und mobilen Betrieb. Und entscheidend weniger gefahrene Kfz- Kilometer.

Im Bereich des energetischen Ausbaus brauchen wir viel mehr Strom aus Photovoltaik und Windkraft sowie Wärme aus Wärmepumpen, Solar- und Geothermie. Aus Biomasse Strom und Wärme zu gewinnen, ist energetisch wenig effizient. Besser wäre, Teile der unterschiedlichen Anbauflächen durch Agri- Photovoltak- und Windanlagen zu ergänzen. Um den Ausbau von Strom- und Gasnetzen sowie Speichern in erträglichen Grenzen zu halten, ist es notwendig, Erneuerbare Energien lokal zu erzeugen. Ein großräumiger Stabilitäts-und Verteilungsplan ist überfällig. Dieser müsste auch Göttingens besonders dominanten Gas- und Stromimport betreffen.

Neben diesen eher langfristigen Aspekten richten sich unsere Gedanken aktuell besonders auf schnell wirkende Maßnahmen. Obwohl die Heizperiode zu Ende geht, seien die Überprüfung der eingestellten Temperaturen genannt, sowie die Anzahl der geheizten Räume, die Entlüftung der Heizung und die Überprüfung der entsprechenden Ventile und Regler. Dichtungen an Fenstern und Türen sollten dicht und die Lüftung der Räume sollte kurz und intensiv sein. Betreibern von Wärmepumpen wäre mit weiter reduzierten Stromkosten geholfen.

Im Bereich Verkehr empfehlen sich weitere Tempolimits, besonders auf Autobahnen. Der Lastentransport sollte verstärkt auf die Schiene verlagert werden. Eine Abgabe auf Warentonnage und -kilometer wäre hilfreich, um unnötige Transporte zu unterdrücken. Als Verbraucher sollten wir uns auf lokale Erzeugnisse konzentrieren. Innerstädtisch bieten sich  ÖPNV, Fahrrad und der Weg zu Fuß an. Im Berufsverkehr können auch regionale Fahrgemeinschaften viele Personenkilometer sparen.                                                                              

Private Stromerzeugung kann durch Erhöhung der Einspeisevergütungen vermehrt werden. Kommerzieller Stromverbrauch dagegen verringert, indem Leuchtreklamen zu geeigneten Zeiten abgeschaltet oder gedimmt werden, netzdienlich, weil während der Abschaltzeiten wenig erneuerbarer Strom anfällt. Schließlich muss Göttingens Windstandort Diemarden als gelungenes Beteiligungsmodell als Vorbild erhalten werden.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (Der Vorstand)
Francisco Welter-Schultes, Lukas Flinzberger, Erika Lohe-Saul, Werner Schulze