PM: Weender Tor-Bauprojekt (Grotefend-Areal)

Bündnis spricht sich für kleinräumige Bebauung an Weender Tor aus.

Das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung spricht sich dafür aus, am Weender Tor (Grotefend-Areal) nur eine kleinräumige Bebauung zuzulassen, wie sie der derzeitige Bebauungsplan von 2019 festschreibt.

Göttingen blieb im zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört. Es besitzt eine großartige historische Bausubstanz. Durch fehlerhafte Stadtplanung und mangelhafte Denkmalpflege ist das Stadtbild erst in den letzten Jahrzehnten negativ beeinflusst worden. Viele investorgesteuerten städteplanerischen Entscheidungen erregten immer wieder die Gemüter Göttinger Bürger*innen.

Vor 20 Jahren hat sich daher der Verein stadtundplanung e.V. etabliert. Hauptanliegen war und ist mehr Öffentlichkeit in der Stadtentwicklung einzufordern, sich für Respekt vor dem historischen Stadtbild, für qualitätsvolle Architektur bei geplanten Neubauten und für klare Rahmenbedingungen für Investoren  zu engagieren. 2010/2011 hat sich der Verein mit engagiert bei der Erstellung des Innenstadtleitbildes. Über mehrere Seiten wurde darin der besondere gartendenkmalpflegerische Wert der Wallanlagen mit Wallvorfeld hervorgehoben. Es gab einen prämierten Architektenwettbewerb zur Gestaltung der Stadttore.

Die zunächst nur im nichtöffentlichen Teil des Bauausschusses vorgestellten Pläne für das Grotefend-Areal (sie wurden von Unbekannten an die Presse durchgesteckt, woraufhin sie dann auch im öffentlichen Teil vorgestellt wurden) sehen eine Riegelbebauung von 7 Stockwerken vor, die den Wall, anstatt ihn wie im Bebauungsplan vorgeschrieben, wieder von der Berliner Straße aus sichtbar zu machen, durch eine Häuserschlucht führen würde. Der Göttinger Stadtwall wurde nach 1762 geschliffen und als eine der ersten städtischen Grünanlagen in Deutschland gestaltet. Das Einfassen zwischen zwei Hausblocks würde den Wall entstellen und in seiner Erholungsfunktion massiv abwerten.

Eine so massive Blockbebauung dazu noch 7-stöckig ist an dieser städtebaulich wichtigen Stelle absolut ungeeignet. Stadtplanung darf hier nicht den Investoren überlassen werden. Gerade in diesem Bezirk der Stadt gibt es schon zu viele städtebauliche Schandflecken und Problemimmobilien. Wie renommierte Architekten fordern, ist hier ein städtebaulicher Wettbewerb geboten. Dabei sollte auf nachhaltige Bauweise geachtet werden. Stadtplanung und speziell die Planung am Weender Tor sollten bei der kommenden Ratswahl mit in den Fokus gestellt werden.


Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung (Der Vorstand)
Francisco Welter-Schultes, Lukas Flinzberger, Erika Lohe-Saul, Werner Schulze